Konica Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 frühe EE-Version

Konica Varifocal Hexanon AR
35-100 mm / F2,8
frühe EE-Version
(oberer Gummiring fehlt)

Konica Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 späte AE-Version

Konica Varifocal Hexanon AR
35-100 mm / F2,8
späte AE-Version

Konica Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8

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Das Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 ist ein Drehzoom mit zwei getrennten Einstellringen für Brennweitenregulierung und Scharfstellung. Es wurde zur Bauzeit der interner LinkAutoreflex T3 eingeführt – als Zoomobjektive in diesem Brennweitenbereich noch in den Kinderschuhen steckten. Das Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 ist ein sehr großes und sehr schweres Objektiv mit einer riesengroßen Frontlinse. Der Durchmesser des Filtergewindes beträgt satte 82 mm! Das Objektiv verändert bei Brennweitenverstellung seine Länge nicht, aber der Scharfstellpunkt wandert. Nach jeder Veränderung der Brennweite muss also neu fokussiert werden – daher auch die Bezeichnung Varifocal statt Zoom. Vermutlich war es seinerzeit noch nicht möglich, die durchgängig gleiche Lichtstärke von 1:2,8 bei guter Bildqualität über den Brennweitenbereich ohne diesen Kompromiss zu realisieren.

Diese Eigenheit ist sehr gewöhnungsbedürftig – bei den ersten Einsätzen dreht man ständig am Objektiv herum, ohne wirklich zum Fotografieren zu kommen. Wenn man sich aber einmal angewöhnt hat, immer zuerst die Brennweite einzustellen und danach erst scharfzustellen, lässt sich das Objektiv bedienen wie jedes andere auch.

Anders als bei allen anderen Konica-Zoomobjektiven dreht sich das vorderste Element beim Scharfstellen nicht.

Als das Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 eingeführt wurde, hatten die Konica-Objektive bereits ihr endgültiges Aussehen mit dem Gummi-Fokussierring. Die frühen Ausführungen hatten noch die gelbe EE-Markierung, die meisten tragen aber schon die grüne AE-Markierung. Als einige Jahre später mit den elektronischen Kameras der F-Serie die kleinste Blende 22 eingeführt wurde, war das Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 bereits nicht mehr im Programm. Daher gibt es nur wenige nach untenVarianten des Objektivs.

Bedingt durch die Varifocal-Bauweise ist der Mindestabstand brennweitenabhängig – ca. 0,27 m bei 35 mm Brennweite und 1 m bei 100 mm Brennweite. Über den gesamten Brennweitenbereich gilt: je länger die Brennweite, umso größer der Mindestabstand.

Das Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 hat für seine Zeit erstaunlich gute Abbildungsleistungen. Die Bilder sind scharf und kontrastreich. Im Weitwinkelbereich gibt es leichte Tonnenverzeichnung, im Telebereich minimale, auch bei geraden Linien am Rand kaum sichtbare Kissenverzeichnung. Auch die Vignettierung im Weitwinkelbereich hält sich in sehr engen Grenzen. Durch die hohe Lichtstärke ist das Sucherbild ausreichend hell, das genaue Scharfstellen ist normalerweise kein Problem.

Trotz der riesigen, nicht versenkten Frontlinse ist das Objektiv nicht übermäßig anfällig gegen Streulicht. Die Verwendung einer passenden Streulichtblende gegen Kontrastverlust durch Streulicht empfiehlt sich natürlich trotzdem, wenn man denn eine in der benötigten Größe findet. Ursprünglich wurde das Objektiv mit einer passenden rechteckigen Metallstreulichtblende ausgeliefert, die innen mit schwarzem Samt ausgelegt war. Aufgrund des sehr großen Frontlinsendurchmessers ist diese Streulichtblende riesig.

Streulichtblende Konica Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8

Streulichtblende Konica Varifocal Hexanon AR
35-100 mm / F2,8 mit Köcher
rechts zum Größenvergleich die Blende für ein 24/28 mm-Objektiv

Neben der Streulichtblende kam das Objektiv ursprünglich mit dem Konica-typischen, passenden Köcher sowie einem großen Metalldeckel für die Frontlinse.

Köcher Konica Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8

Köcher Konica Varifocal Hexanon AR
35-100 mm / F2,8

Frontdeckel Konica Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8

Frontdeckel Konica Varifocal Hexanon AR
35-100 mm / F2,8

Ein lichtstarkes Standardobjektiv kann das Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 schon aufgrund seiner riesigen Abmaße und seines hohen Gewichts nicht wirklich ersetzen – das Objektiv ist einfach zu groß und zu schwer, um es immer mit sich herumzuschleppen. Ein weiteres Problem ist die riesige Filtergröße, die evtl. benötigte Filter sehr teuer macht.

Der Brennweitenbereich von leichtem Weitwinkels bis zu moderatem Telebereich ist allemal sehr vielseitig nutzbar. Gegenüber den öfter anzutreffenden 35-70 mm-Objektiven macht sich der größere Telebereich schon positiv bemerkbar, was die Einsatzmöglichkeiten angeht.

Das Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8 war neu sehr teuer und ist daher ein seltenes Objektiv, das schwer zu bekommen ist und aufgrund des Sammlerinteresses recht hohe Preise erzielt. Wegen seiner Größe und des hohen Preises ist es trotz seiner erstaunlich guten Bildqualität heute als Gebrauchsobjektiv nicht mehr die erste Wahl. Wer eines hat, sollte es aber ruhig verwenden – gute Ergebnisse bringt dieser Dinosaurier allemal.

Ausführungsvarianten
Objektivdaten
Bildwinkel: 63-24
Bauweise: 15 Elemente in 10 Gruppen
Blende: Vollautomatisch AE, kleinste Blende 16
Naheinstellgrenze: 0,27 m bei 35 mm Brennweite
1 m bei 100 mm Brennweite
Filtergewindedurchmesser: 82 mm
Länge (bei ∞): 140 mm
Gewicht: 1.100 g
1.090 g
Streulichtblende: Metall, 84 mm rechteckig zum Aufstecken
Objektivdiagramm: Objektivdiagramm Varifocal Hexanon AR 35-100 mm / F2,8
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